Weiter geht es bei den Disziplinen des historischen Fechtens mit dem Smallsword auch bekannt als Hofdegen. Dazu haben wir uns Tobias Zimmermann vom Fechtboden Zimmermann als Experten eingeladen.

Mit dem Smallsword sind wir zeitlich ganz am Ende der HEMA-Waffengattungen angekommen und ihr bekommt wie immer einen Überblick über Geschichte und Kontext dieser Waffe, die wichtigsten Quellen und wo man heute mit Smallsword anfängt.

Shownotes und mehr findet ihr unter https://www.schwertgefluester.de/smallsword-tobias-zimmermann

Zeitstempel

  • 0:00 Intro & Vorstellung Tobias Zimmermann
  • 5:40 Heißt die Waffe Smallsword, Hofdegen oder einfach nur Degen und was hat das mit dem Florett zu tun?
  • 8:52 Die Entwicklung vom Rapier zum Smallsword
  • 10:10 Smallsword im historischen Kontext & Duellwesen der Studenten
  • 25:05 Das Florett als Ausbildungswaffe für den Degen
  • 26:40 Ausfallschritt & Körpermechanik historisch vs modern
  • 29:54 Pistolengriff & Entwicklung zum modernen Sportfechten
  • 33:14 Smallsword Quellen & deutsche, italienische und französische Lehrlinien
  • 39:20 Was ist das Kreussler’sche Stoßfechten?
  • 46:30 Wie heute mit Smallsword anfangen?
  • 52:00 Ringen am Hofdegen?!
  • 55:38 Trainingsgeräte
  • 1:01:10 Training mit Maske
  • 1:04:22 Entwicklung des modernen Sportdegen und Florett
  • 1:10:10 Warum olympische Fechtkleidung weiß ist
  • 1:11:10 Zivile vs Militärdegen
  • 1:15:30 Smallsword in der modernen HEMA-Szene

Wir haben uns mit Christian Büttner den Landestrainer Sachsen im olympischen Fechten geschnappt und reden mit ihm darüber wie man eigentlich Kinder- und Jugendtraining angeht.

Christian ist also hauptberuflich Trainer und trainiert dabei im Schwerpunkt die Stoßwaffen, also das Florett und den Degen in den Altersstufen 13 bis 22 Jahren.

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist im HEMA dabei noch die absolute Ausnahme, aber das muss ja nicht so bleiben. ;)

Shownotes und weitere Informationen findet ihr unter https://www.schwertgefluester.de/kindertraining-jugendtraining/

Carla Huvermann von Grün-Weiß Holten erzählt uns über ihre Wettkampferfolge und -Erfahrungen sowie das Ansehen von Frauenturnieren in der HEMA-Szene.

Wir brainstormen zudem wie das perfekte Frauenturnier aussehen könnte um typische Probleme wie Teilnehmerinnenmangel zu umgehen.

Da Frauen im historischen Fechten noch eine Minderheit darstellen, reden wir mit Carla natürlich auch über Training von und für Frauen. Übrigens ist Carla erst unsere zweite Gästin nach Amelie Eilken von Hammaborg.

Über Carla Huvermann

Holten ist ein Stadtteil von Oberhausen im Ruhrgebiet und die HEMA Sparte von Grün-Weiß nicht unbedingt die Größte. Dennoch hat diese kleine, eingeschworene Gruppe mit Carla "Hellhound" Huvermann eine sehr erfolgreiche Wettkämpferin hervorgebracht.

Carla "Chaos" Huvermann hat bereits mit 15 angefangen Langes Schwert zu fechten und ist nach einem kleineren Turnier beim Donnerschlag im Jahr 2016 zum Swordfish geflogen. Dort hat sie sich auf Anhieb den 3. Platz bei den Langschwert Damen erfochten.

Carla war nach ihren Anfangserfolgen auch beim Dutch Lions Cup erfolgreich und hat sich dort noch einen 1. und einen 2. Platz geholt.

Der Säbel ist die nächste Waffe in unserer Disziplinen des historischen Fechtens Reihe. Den meisten wird Säbel heute in seiner olympischen Form ein Begriff sein, doch was ist eigentlich der historische Ursprung dieser Waffe? Wie kann man heute Nicht-Olympische Varianten trainieren und mit welchen Quellen fängt man an?

In diesem Podcast lassen wir uns von Oliver Janseps einen Gesamtüberblick über den historischen Säbel in all seinen Facetten geben. Wir schlagen sogar den Bogen zu seiner modernen olympischen Version.

Säbel gab es in dutzenden verschiedenen Stilen über mehrere Kontinente hinweg. Wir versuchen dennoch, einen Überblick über die wichtigsten historischen Quellen zu geben und mit welcher man heute am besten anfängt.

Wie immer schließen wir mit praktischen Tipps dazu ab wo ihr heutzutage passende Trainingswaffen erwerben könnt. Zudem erfahrt ihr was ihr in Bezug auf Länge und Gewicht beachten müsst.

Über Oliver Janseps

Oliver fechtet historischen Säbel nach F.C. Christmann bei Mispeldorn in Aachen, eine HEMA Interessengemeinschaft die er mitbegründet hat.

Angefangen hat bei ihm alles 2002 mit dem Schwert, von dort ging es weiter zu den Stangenwaffen und heute trainiert er neben HEMA noch Bastone Genovese. Den Weg zum Säbel fand er dementsprechend auch über den Stangenteil von Christmanns Fechtbuch.

Den Christmann hat Oliver nicht nur im Original zuhaue, wie er im Podcast betont, sondern hat ihn auch selbst herausgebracht. Schaut doch mal in Olivers Amazon Account vorbei.

Oliver hat vor seiner HEMA Zeit 15 Jahre Ju Jutsu sowie einige Jahre lang Eskrima und Savate trainiert.

Säbel im historischen Kontext

Primär ist der Säbel eine Militärwaffe die vor allem von Offizieren und der Kavallerie getragen wurde. Aber auch reguläre Soldaten hatten ihn neben dem Bajonett häufig noch in einer kürzeren Variante als Beiwaffe dabei.

Dabei wurde er militärisch als Hauptwaffe vor allem beritten eingesetzt. Offiziere wiederum haben sich damit auch immer wieder zu Duellen in Fragen der Ehre getroffen.

Im Rahmen der Turnerbewegung von Turnvater Jahn war der Säbel Teil dieser Wehrsportbewegung und im studentischen Fechten kam ebenfalls er zum Einsatz.

Zudem wissen wir, dass nicht nur Männer mit dem Säbel gefochten haben sondern auch Frauen und Kinder. Für diese sind auch explizit Anweisungen erhalten, was im Vergleich zu früheren Quellen eta aus dem Mittelalter absolut unüblich ist.

Historische Quellen

Das Fechtbuch von Luigi Barbasetti von dem im Podcast immer wieder die Rede ist findet ihr hier: https://medievalswordmanship.files.wordpress.com/2014/03/the-art-of-the-sabre-and-the-epee.pdf

Christian Bott hat HEMA und den Unterricht darin als seinen Beruf ergriffen und mit Krifon seine eigene Schule. Er erzählt uns in diesem Bottcast wie es ist vom historischen Fechten leben zu können, aber auch zu müssen.

Man unterschätzt als Trainer im Ehrenamt gerne wie viel mehr noch dahinter steckt wenn man eine Schule aufziehen möchte und über diese und viele weitere Themen gibt Christian Auskunft.

Wir stellen ihm all die Fragen die euch schon immer interessiert haben:

  • Wie kommt man auf die Idee HEMA beruflich zu machen?
  • Wie geht man mit den Risiken des Unternehmertuns um?
  • Womit verdient man eigentlich das Geld, sammelt man die Mitgliedsbeiträge ein und dann is gut?
  • Lernt man diesen Beruf eigentlich irgendwo?
  • Hat man einen Exit Plan parat falls HEMA mal nicht mehr so beliebt ist?

PS HEMA als Beruf war mal wieder ein Themenwunsch unserer Patreons.

Roland Warzecha von Dimicator dürfte den meisten von euch im Zusammenhang mit Schwert und Schild ein Begriff sein. So ist er für seine Arbeit mit I.33 Schwert und Buckler, sein Training mit scharfen Schwertern und nicht zuletzt über seine große Social Media Präsenz bekannt geworden.

Rolands Herz brennt dabei vor allem für Schwert und Schild in jeder Form. Er kommt dabei ursprünglich aus dem Wikinger Reenactment, ist gebürtiger Norddeutscher, studierter Grafikdesigner, wohnt in Mecklenburg und hat entscheidende Stationen seinen Lebens in Schwaben erlebt.

Er organisiert zudem die Berlin Buckler Bouts, hat bereits früh einige sehr bekannte Videos zum Wikinger Schild und Schwert veröffentlicht und hat vor Dimicator Hammaborg mitgegründet.

Damit ist er nach Amelie Eilken und Dierk Hagedorn bereits die dritte Person mit Hammaborg Bezug im Podcast.

Wer einen Gesamtüberblick über Schwert und Buckler sucht kann sich unsere Disziplinen des Historischen Fechtens Folge dazu anhören.

Rolands Schwert und Schild Buch

Roland arbeitet schon lange an The Book of Sword and Shield, einem Werk in dem er einen Überblick über erhaltene Original Schilde und dazu passende Schwerter zwischen 800 und 1100 geben möchte.

Das Buch soll also Antworten liefern zu Fragen wie:

  • Was haben die Schilde gewogen
  • Aus welchen Materialien sind sie gemacht
  • Wie kann man sie nachbauen

Dabei soll, seinem Können als Illustrator sei Dank, das Buch auch Zeichnungen dazu enthalten wie man mit diesen Waffen möglicherweise gekämpft hat.

Training mit scharfen Schwertern

Roland hat zweifelsohne einen sehr großen Einfluss auf die HEMA Szene gehabt was das Partnertraining mit scharfen Schwertern angeht.

Wo früher scharfe Schwerter wenn überhaupt, nur für Schnitttests an Tatami Matten oder Tetrapacks benutzt wurden, hat Dimicator aufgezeigt dass mit erfahrenen Fechtern auch ein scharfes Partnertraining möglich ist.

Wie es dazu kam, welche Erkenntnisse dadurch entstehen können und was Rolands aktuelle Einstellung dazu ist erfahrt ihr im Podcast.

Shownotes

Wir besprechen mit Dr. Eric Burkart der beruflich an Fecht- & Ringbüchern forscht, wie die geisteswissenschaftliche Sicht auf HEMA ist.

Die Frage dabei ist ob HEMA Wissenschaft sein kann und damit, ob Ergebnisse aus dem historischen Fechten wieder in die Forschung zurück fließen können oder nicht.

Wir reden zudem darüber ob man mittelalterliche Kampfkünste authentisch rekonstruieren kann oder ob es sich nicht zwangsweise um moderne Interpretationen handelt.

Ihr erfahrt warum Eric lieber Kampfbuch als Fechtbuch sagt, wie fechten den Körper formt, in welchem Kontext Fechtbücher entstanden sind und welchen Einfluss Sozialisierung auf die resultierende Kampfesweise hat.

Eric gibt zudem einen spannenden Ausblick darauf warum Talhoffer so explizit Gewalt zeigt und ob wir die Frage beantworten können ob etwa Liechtenauers Langes Schwert für den Ernstkampf gedacht ist oder nicht.

Spannender Fakt: Fechtbücher sind die ältesten schriftlichen Aufzeichnungen von Bewegungsabläufen.

Über Dr. Eric Burkart

Eric Burkart hat Geschichte und Politikwissenschaft studiert und seinen Doktor in Geschichte zum Thema Kreuzzüge als Selbstbeschreibung geschrieben. Er ist aktuell Postdoc und Dozent für mittelalterliche Geschichte an der Uni Trier.

Eric hat selbst HEMA in Frankfurt trainiert und viele weitere Kampfkünste wie Olympisches Fechten im Florett, Karate, Wing Tsun, PTK und sogar Schießsport gemacht.

Shownotes:

Wer in weiter in die akademische Welt hinein schnuppern möchte sollte sich unsere Folge mit Dr. Sixt Wetzler anhören, dem Leiter des Deutschen Klingenmuseum in Solingen.

Alexander Kiermayer von Ochs ist einer der Dienstältesten historischen Fechter Deutschlands sowie selbsternannter HEMA Quastenflosser und redet mit uns über die wilden 99er und 2000er Jahre. Einen Harnisch hat er natürlich auch!

Wir haben zwar schon einen Podcast dazu gemacht wie HEMA früher war, aber Michael und Alexander F konnten dabei nur rund 10 Jahre in die Vergangenheit blicken und Alex Kiermayer ist mehr als doppelt so lange dabei!

Mit HEMA-Jahren ist es so wie mit Hundejahren - die muss man noch mal drei nehmen, womit Alex Kiermayer schon gefühlte 100 Jahre HEMA macht :P

Alex K lässt uns in der Vergangenheit schwelgen wie es damals war...

  • Mit John Clements und seinem Einfluss auf die internationale HEMA Szene.
  • Wie Alex Hanwei von der ersten Fechtfeder Replik überhaupt überzeugt hat.
  • Wie die ersten Agilitas.tv DVDs zum Langen Messer und Langen Schwert entstanden sind.
  • Wie in Bayreuth ein Jahr vor dem Dreynevent ein (für damalige Verhältnisse) großes HEMA Event statt fand, dass dann allerdings nach der ersten Ausgabe eingeschlafen ist.
  • Wie Alex Allstar davon überzeugt hat einen HEMA Maskenüberzug und Hinterkopfschutz ins Sortiment zu übernehmen.

Wir reden zudem über seinen Hintergrund in der Polizeiarbeit, Philippinischen Stockkampf inklusive der Dog Brothers und über all die vielen Waffengattungen die Alex über die Jahre trainiert hat.

Die im Podcast besprochene Neuauflage des Joachim Meyers findet ihr auf Amazon und Histofakt.

Wir haben den Waffenhändler, Stunt-Coordinator, Kampf-Choreographen und Filmexperten Markus Weilguny zu Gast. Markus kennen viele von euch sicherlich als Aufwärmer vom Dreynevent, doch das sind noch nicht all seine Talente.

Markus hat nicht nur mehrere brandheiße Weltrekorde aufgestellt, ist Österreicher und kennt sich mit Großexplosionen aus, er betreibt zudem die Firma Fighting for Film. Dort bringt er Schauspielern, Stuntman aber auch Ottonormalbürgern neben der Stuntarbeit auch den Umgang mit Waffen aller Art für Film und Fernsehen bei.

Wir reden mit Markus unter anderem darüber wie beim Film Kampfszenen entstehen und was alles einen Einfluss darauf hat, was man am Ende zu sehen bekommt.

So hat er unter anderem an dem österreichischen Film Cops mitgewirkt, dessen Hauptdarsteller Laurence Rupp einige von euch als Armenius aus Barbaren auf Netflix kennen dürften.

Ein Aufruf an euch

Ihr seid stolzer Besitzer einer größeren Zahl Blankwaffen? Ihr benutzt die meisten davon nicht jeden Tag? Ihr seid dringend auf der Suche nach einem Grund euch noch mehr Schwerter zu kaufen??!

Insbesondere wenn ihr euch jetzt denkt "Was nein, ich kann nicht gemeint sein! Ich brauche ganz klar alle meine Schwerter, da ist kaum ein Dutzend zu viel!!" dann seid ihr genau Markus Typ.

Also hört euch die Folge an und ihr kommt vielleicht miteinander ins Geschäft! ;)

Shownotes:

Wir reden über eines der größten, ältesten und legendärsten HEMA-Events Europas: Das Dreynevent!

Organisiert wird das Dreynevent von Dreynschlag und deshalb reden wir mit einem der dienstältesten Kaninchennasenbeutler Dreynschlags: Oli Walter!

 

Wir lassen uns von Oli all die Hintergrundinfos geben, die sich jeder Dreynevent Besucher schon immer gefragt hat:

  • Wie kam die Manner Schnitte (Schnitte, nicht Waffel!) in die HEMA-Szene?
  • Wie ist der tatsächliche Vereinsname Dreynschlags?
  • Woher kam die Idee zum Event?
  • Wieso alberne Hüte?
  • Und wieso zum Teufel erwirbt man sich als Turniersieger das Recht ein Beuteltier im Namen zu tragen?!

Zudem gehts um Alexanders Ballistol Flashbacks von der Dreynfront.

Das Dreynevent wird 2021 übrigens nicht in Persona statt finden und stattdessen wird ein Digitales Event auf die Beine gestellt. Seid gespannt.

Shownotes:

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